Zusammenarbeit & Führung

Worte, die trennen

„Nimm es nicht so persönlich.“

Wie bitte?

Das habe ich als Kind oft gehört.

Und später im Business wieder.

„Sei doch nicht so.“

Heute kann ich darüber lachen und weiß: Es ist zu kurz gedacht.

Manchmal war das Gesagte oder Bemängelte tatsächlich nicht für mich bestimmt. Manchmal war es persönlich, hat kurz weh getan und war wichtig, damit ich dazu lerne.

Dann geht es nicht darum, es wegzuschieben, sondern bewusst hinzuschauen. Gleichzeitig spielen die Art und Weise und die Wortwahl des Gegenübers, unabhängig von der Hierarchie, eine große Rolle.

Hat es etwas mit mir zu tun?
Will und kann ich dieses Feedback von der Person annehmen?
Was soll sich verändern?

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich auch immer mal wieder diesen „Rat-Schlag“ gehört: „Lass die Sch... vorbeischwimmen.“

Gut gemeint, und wenig hilfreich für die Unternehmenszielerreichung.

„Rat-Schläge“ funktionieren wenig bis gar nicht, egal wie gut sie gemeint sind. Sie bewirken mittel- bis langfristig selten das gewünschte Ergebnis und können kontraproduktiv wirken.

Vor allem dann, wenn sie dazu führen, kontraproduktives Verhalten zu dulden, unterschwellig, konfrontative Zusammenarbeit laufen zu lassen, anstatt die Themen zu adressieren und für gemeinsame Ziele zu verändern. Wenn das nicht das gemeinsame Ziel ist, liegt immer ein höheres Ziel und eine gemeinsame Absicht darüber. Und genau das gilt es zu finden.

Verhalten und Worte bleiben nicht folgenlos.

Sie wirken unterschwellig weiter auf:

  • die Zusammenarbeit, das Vertrauen, Verantwortungsbereitschaft und auf Mitarbeiterengagement.
  • Kritik
  • Vertriebsverantwortliche, ja, in diesem Fall war es eine Frau, die bei jeder Gelegenheit dagegen geschossen hat.
  • Kündigungen
  • Abfindungspakete
  • die Art und Weise

Das sind Situationen, die sind persönlich.

My Story:

Die Vertriebsverantwortliche, mit der ich damals als Marketingverantwortliche zusammengearbeitet habe. Die passendere Formulierung ist: sollte und wollte.

Egal, was mein Team zur Flankierung der Unternehmenskennzahlen strategisch geplant und umgesetzt hatte:

Es hat nicht gepasst, und sie war fast jedes Mal auf Angriff.

Ich habe mir ein Herz gefasst und bin ohne Termin zu ihrem Büro gegangen und habe gefragt, ob wir sprechen können.

Ein freundlicher Satz und dann habe ich mich „nackig gemacht“ und ihr ungefiltert gesagt, wie es mir dabei geht, wenn die Zusammenarbeit und Kommunikation so laufen, wie sie laufen. Was es bei mir und meinem Team auslöst.

Nach den ersten zwei Sätzen sind ihr die Tränen gekommen.

Und ich konnte den Menschen sehen.

Ihren Druck und die enorme Umsatzverantwortung.

Das war der Gamechanger!

Aus diesem ehrlichen und wertschätzenden Gespräch auf Augenhöhe ist eine Zusammenarbeit entstanden, die den Namen verdient und die mehrfach zur Umsatzzielerreichung beigetragen hat.

Der KPI-Rahmen hatte sich nicht verändert.

Unsere Art, miteinander umzugehen, schon.

Meine Einladung an Dich:

Kümmere Dich um die „Sch...“.

Proaktiv.
Frühzeitig.
So entspannt wie möglich.

Und klar.

Denn nur, was wir persönlich nehmen, können wir auch bewusst reflektieren, aussprechen, klären und verändern.

Ich-Botschaften brauchen Mut und können helfen.

Welche unausgesprochene Spannung in der Zusammenarbeit kostet Euch gerade Vertrauen, Tempo oder Ergebnisqualität?

© Blue Star Marketing GmbH & Co. KG · Personal Branding Fotos: Lissy Routil SOUL PHOTO