KI & Führung

KI ersetzt Menschen? Die wichtigere Frage lautet: Wofür nutzen wir die gewonnene Zeit?

Silke Schaprian spricht bei einer Veranstaltung vor Unternehmerinnen und Unternehmern über Künstliche Intelligenz, Führung und die Zukunft der Arbeitswelt.

KI ersetzt Menschen.

Auch diesen Satz habe ich an dem Morgen gehört, als ich beim BNI präsentiert habe. Aus einem anderen Mund, in einem anderen Kontext. Der Satz polarisiert, und ich habe gestutzt bei der Direktheit, Gänsehaut bekommen und gewusst, ja, das kann eintreten.

Ein Satz, der sitzt und uns trifft, unsere Egos, Ängste schürt und sich durch Unternehmen und unsere Gesellschaft zieht. So pauschal ist er nicht korrekt. Es ist viel komplexer und wesentlich differenzierter zu betrachten. Und er beschreibt damit ein mögliches Szenario.

KI ersetzt Menschen?

KI verändert unsere Arbeitswelt, und damit braucht es eine neue Definition von Arbeit, Erfolg und Leistung.

An der Wirtschaft und der Arbeitswelt hängt die Überlebensfähigkeit von Unternehmen, damit Existenzen, Sorgen und Ängste der Menschen.

Arbeitsfrust oder Zukunftslust?

Hast Du Dich schon bewusst getraut, diese Fragen zu stellen, und wie gehst Du mit den Antworten um?

  • Was macht Dein Unternehmen unersetzlich?
  • Was brauchen Eure Kunden in einem Jahr, in zwei Jahren, in drei Jahren?
  • Was machen wir mit dem gewonnenen + freien Freitag?

In einem konkreten Beispiel haben KI-Agenten den Freitag freigespielt, damit wurden 20 % der Zeit eingespart und xx.xxx Stunden gewonnen. Soweit, so gut. Jedoch spiegelt sich die Effizienzsteigerung nicht in den Geschäftszahlen wider.

Und die Menschen sind in der Kaffeeküche.

Warum sind sie da?

Kann es sein, dass sie nicht wissen, was sie tun können oder sollen.

Dass sie sich austauschen.

Dafür oder dagegen sind.

Warten.

Interpretieren.

Und sich fragen, wofür sie jetzt gebraucht werden.

KI schafft Effizienz. Das Führungsteam muss klären, wofür die gewonnene Zeit genutzt wird.

Als Entscheider, weißt Du es auch noch nicht oder Du kannst es noch nicht kommunizieren?

Auch dann kannst Du kommunizieren!

Ein Anfang könnte sein: „Ich kann es noch nicht sagen.“

Die Steigerung ist, es Dir zu erlauben, es einfach mal nicht zu wissen und das zuzugeben: „Ich weiß es gerade noch nicht.“

Zusammen mit der Frage: „Hast Du oder habt Ihr Ideen und Ansätze, wie es möglich werden kann.“ Mit weniger Einzelanstrengung. Diese Frage nimmt Dir nicht Deinen Titel und auch nicht Deine Autorität. 

Diese Frage lädt Menschen ein, mit Dir zum Unternehmenswohl zu denken und sich ins Zeug zu legen.

Denn wenn sich der ROI in den Geschäftszahlen widerspiegeln soll, muss Dein Team die neue Blaupause für den Freitag kennen und mit erarbeiten:

Wofür wird der Freiraum genutzt, was soll geschehen?

Meine Einladung an Dich ist es, den Freitag zu nutzen, um zu klären, zu finden und zu planen, wo der Umsatz, Neugeschäft von morgen herkommt, um bestenfalls die Arbeitsplätze zu erhalten.

Was sind Deine 3 größten Probleme in den nächsten 3 Monaten?


PS: Ich habe nichts gegen Gespräche in der Kaffeeküche. Im Gegenteil.

Wenn dort Themen geklärt werden, Wertschätzung und ein sehr freundliches Guten Morgen geteilt werden. Bewegung entsteht und die Inhalte förderlich sind, bin ich absolut dafür. 

Kontraproduktiv finde ich es, wenn die Kaffeeküche der Ort wird, an dem übereinander statt miteinander gesprochen wird und Frust nur abgeladen wird.

Wenn Beschwerden und „meckern“ zu viel Aufmerksamkeit bekommen, zieht es uns Energie anstatt uns zu fragen „Wie es jetzt noch besser werden könnte und Neugeschäft bringt?“

© Blue Star Marketing GmbH & Co. KG · Personal Branding Fotos: Lissy Routil SOUL PHOTO